Hans Friedrich Paul von Uthmann
Dienstgrade:
Kadett zu Wahlstatt: 1869 Kadett zu Berlin: 1873 charakterisierter Portepeefähnrich: 15. April 1875 Portepeefähnrich: 11. November 1875 Sekondelieutenant: 17. Oktober 1876 Premierlieutenant: 14. August 1886 Hauptmann: 22. März 1891 Major: 14. September 1900 Oberstleutnant: 14. April 1907 Oberst: 22. März 1910 Generalmajor: 16. Juni 1913 Generalleutnant: 20. Mai 1917
Dienststellen:
im Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1: 15. April 1875 Bataillonsadjutant: 23. August 1879 kommandiert zur Kriegsschule in Anklam: 1. Oktober 1882—23. Juli 1886 kommandiert zur Kriegsakademie: 1. Oktober 1886—21. Juli 1889 Erlaubnis zur Heirat: 16. Mai 1888 Kompagniechef im Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1: 22. März 1891 dem Regiment aggregiert: 14. September 1900 Kommandeur des Füsilier-Bataillons: 17. Mai 1902 Erlaubnis zur Heirat: 24. April 1904 zum Stabe des Regiments übergetreten: 21. Mai 1907 Kommandeur des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgischen) Nr. 8: 22. März 1910 zu den Offizieren von der Armee: 16. Juni 1913 Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade: 7. Juli 1913 zu den Offizieren von der Armee: 30. Juli 1915 Kommandeur der 185. Infanterie-Brigade: 17. September 1915 Kommandeur der 185. Infanterie-Division: 5. Juni 1916
Auszeichnungen:
Königlich Preußischer Roter Adler-Orden 4. Klasse Krone zum Königlich Preußischen Roten Adler-Orden 4. Klasse: 1899 für die Schießleistungen seiner Kompagnie Königlich Preußischer Kronen-Orden 3. Klasse Königlich Preußisches Dienstauszeichnungskreuz Königlich Preußischer Roter Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife Fürstlich Hohenzollernsches Ehrenkreuz 2. Klasse Komturkreuz zum Großherzoglich Mecklenburgischen Greifen-Orden Ritterkreuz zum Königlich Dänischen Danebrog-Orden Kaiserlich und Königlich Russischer St. Annen-Orden 2. Klasse mit Brillanten Kaiserlich und Königlich Russischer St. Stanislaus-Orden 2. Klasse Königlich Preußischer Kronen-Orden 2. Klasse: 16. Juni 1913 Königlich Preußisches Eisernes Kreuz II. Königlich Preußisches Eisernes Kreuz I. Königlich Preußischer Roter Adler-Orden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern: 15. Oktober 1916
Biographie:
Geboren: 17.4.1857 zu Ober-Mahliau [Kr. Trebnitz] Gestorben: 1.2.1918 bei Aniéry bei Cambrai
Vater: Hans Friedrich Karl Maximilian, Herr auf Ober-Mahliau, Landeshauptmann von Schlesien und Rechtsritter des Johanniter-Ordens – Geb. 15.6.1822 zu Minden in Westfalen – Gest. 10.6.1885 zu Breslau — Mutter: Klara Hedwig geb. von Kessel und Tscheutsch – Geb. 6.3.1826 zu Raake – Gest. 15.10.1887 zu Breslau.
1868 Gymnasium in Oels.
Verheiratet: I. 23.5.1888 zu Berlin mit Brunhild Hedwig Margarete Freiin von Meerheimb – Geb. 9.5.1869 zu Berlin – Gest. 9.12.1901 daselbst — II. 14.5.1904 zu Berlin mit Bertha von Westernhagen – Geb. 28.6.1863 zu Düsseldorf – Gest. 26.9.1931 zu Ober-Mahliau — Kinder: 1. Bruno Max Viktor Ferdinand – Geb. 17.4.1891 – Oberleutnant im Grenadierregiment Nr. 1, später General und Militärattaché in Stockholm — 2. Klara Brunhild Helene – Geb. 10.6.1894 zu Berlin – Oberschwester im Deutschen Roten Kreuz — 3. Hans Friedrich Ferdinand Viktor – Geb. 12.6.1896 zu Berlin – geblieben am 18.5.1915 bei Puarde als Leutnant im Grenadierregiment Nr. 1 — 4. Karl Udo – Geb. 2.10.1905 zu Berlin – Landwirt, Leutnant bei einer Panzerjägerabteilung.
Uthmann wurde mit 18 Jahren im Jahr 1875 als Portepeefähnrich dem Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiment Nr. 1 überwiesen, dem später auch sein jüngerer Bruder Karl Erdmann angehörte und dessen Uniform er bis zum Oberstleutnant beim Stabe fast 35 Jahre getragen hatte. Im Sommer 1879 zum Bataillonsadjutanten ernannt, wurde er von seinem Regimentskommandeur, dem Oberst von Wussow, am 1.1.1880 beurteilt: „Füllte seine Stellung als Frontoffizier in hervorragender Weise aus. Seit kurzer Zeit Bataillonsadjutant, ist derselbe mit lobenswertem Eifer bestrebt, die ihm hierzu noch fehlenden Dienstkenntnisse sich anzueignen. Seine außerdienstliche Haltung ist eine taktvolle und ernste.” Uthmann war schon in jungen Jahren ein sehr guter und schneidiger Reiter und im Kameradenkreise äußerst beliebt. Im Herbst 1883 wurde er für drei Jahre als Inspektionsoffizier zur Kriegsschule in Anklam kommandiert. Hier übte er einen sehr guten Einfluß auf die straffe Haltung der Fähnriche aus und unterzog sich seinen Pflichten als Lehrer mit großem Geschick, so daß der Inspekteur der Kriegsschulen, Generallieutenant Graf von Schlippenbach, am 1.1.1886 von ihm sagen konnte: „Ein vortrefflicher Offizier, den man als Muster eines Inspektionsoffiziers bezeichnen kann, da er nicht nur durch Wort, sondern durch eigenes Beispiel wirkt. Eignet sich zur Beförderung und zu Berücksichtigung.” Im Sommer 1886 zum Regiment zurückgekehrt, wurde Uthmann Premierlieutenant und besuchte drei Jahre die Kriegsakademie, die er mit einem guten Schlußzeugnis verließ. Im Frühjahr 1891 wurde er Hauptmann und Kompagniechef im Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiment Nr. 1. Militärisch sehr gut veranlagt, bildete er sich bald zu einem tüchtigen Kompagniechef heran, dessen Kompagnie in allen Dienstzweigen, vor allem in Schießen, Vortreffliches leistete. Im Herbst 1900 zum Major befördert, übernahm er im Frühjahr 1902 das Füsilierbataillon seines Regiments, das er ebenfalls vortrefflich ausbildete und führte. Auch als Oberstleutnant beim Stabe gehörte Uthmann dem Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiment an. Im Frühjahr 1910 wurde er Oberst und Kommandeur des Leib-Grenadierregiments Nr. 8 in Frankfurt an der Oder. Bei seiner vorbildlichen Ruhe und seinem großen Verständnis für alle Fragen der Ausbildung und Erziehung wurde er ein sehr guter Regimentskommandeur. Von 1884 bis 1910 war Uthmann Schützenmeister des Schießvereins des Berliner Offizierkorps. In dieser Stellung hat er mit EIfer und Hingabe die Schießfertigkeit der Offiziere in Berlin gefördert. Die Jagd des Alexanderregiments bei Pankow-Heinersdorf im Norden von Berlin hat er durch zwei Jahrzehnte betreut. Er war leidenschaftlicher Reiter und hat bis zu seinem Tode häufig die eigenen Pferde gewechselt und junge Pferde zugeritten. Im Sommer 1913 wurde Uthmann Generalmajor und Kommandeur der 49. Infanteriebrigade in Darmstadt.
Als Kommandeur seiner Brigade zog Uthmann 1914 in den Weltkrieg und führte diese, persönlich tapfer und unerschrocken von Sieg zu Sieg, so daß der Kommandierende General des XVIII. A.-K., General der Infanterie von Schenck, am 1.7. 1915 sagen konnte: „Er hat seine Brigade stets mit Sicherheit geführt.” Im Herbst 1915 wurde Uthmann Kommandeur der 185. Infanteriebrigade. Durch Feld und schwere Artillerie sowie durch Zuteilung von Kolonnen und Verwaltungsbehörden verstärkt, hatte diese Brigade eine den anderen Divisionen gleiche Aufgabe zu erfüllen. Persönlich frisch, tatkräftig und umsichtig führte Uthmann auch diese Brigade. Die ihm am 13.3.1916 übertragene Fortnahme eines wertvollen Teiles der franz. Stellung norwestlich Tahure führte er glänzend durch. Inzwischen war seine Brigade in eine Division umgewandelt worden, deren Kommando Uthmann behielt. In dieser Stellung wurde er im Frühjahr 1917 zum Generalleutnant befördert. Über seine Tätigkeit ald Divisionskommandeur sprach sich der Kommandierende General des XIII. A.-K., der Generalleutnant Frhr. von Watter, dem Uthmann längere Zeit unterstellt war, am 2.12.1917 in anerkenndster Weise wie folgt aus. „Ein tüchtiger General von vorteilhefter militärischer Erscheinung. War mir schon vor Jahresfrist vorübergehend unterstellt. Der damals gewonnene günstige Eindruck hat sich jetzt befestigt. In den letzten Kampftagen bei Cambrai hat er die Division mit Sicherheit geführt.” Mitten in den Vorbereitungen zu der großen Offensive 1918 endete ein Herzschlag das Leben dieses tapferen und altpreußischen Offiziers.
Quellen:
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Preußen. Kriegsministerium. Geheime Kriegs-Kanzlei, Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1901. Mit den Dienstalterlisten der Generale und Stabsoffiziere und einem Anhange enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Ostasiatische Besatzungs-Brigade, die Marine-Infanterie, die Kaiserlichen Schutztruppen und die Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen. Nach dem Stande vom 1. Juni 1901, Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs (Berlin: Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1901), 123.
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Preußen. Kriegsministerium. Geheime Kriegs-Kanzlei, Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1902. Mit den Dienstalterlisten der Generale und Stabsoffiziere und einem Anhange enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Ostasiatische Besatzungs-Brigade, die Marine-Infanterie, die Kaiserlichen Schutztruppen und die Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen. Nach dem Stande vom 1. Juni 1902, Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs (Berlin: Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1902), 123.
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Preußen. Kriegsministerium. Geheime Kriegs-Kanzlei, Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1912. Mit den Dienstalterlisten der Generale und Stabsoffiziere und einem Anhange enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Marine-Infanterie, die Kaiserlichen Schutztruppen und die Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen. Nach dem Stande vom 6. Mai 1912, Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs (Berlin: Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1912), 161.
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Kurt von Priesdorff, Soldatisches Führertum, Band 10, (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt), 217-18.
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